• Vom: 22. Oktober 2011
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  • Über Frank Bergmann


    Frank Bergmann (@hildwin), *1966, leitet seit einigen Jahren die Internet-Redaktion der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Nach dem Studium an der TU Braunschweig arbeitete er zunächst im Bonner Abgeordnetenbüro von Eckart von Klaeden und wechselte dann 2001 zur Fraktion. Er bezeichnet sich selbst als Digital Native, da er bereits als Schüler mit 8-Zoll-Disketten unter’m Parka herumlief. Er ist Mitglied des Arbeitskreises Netzpolitik der CDU Deutschlands.

Ich bin weiß, männlich, ausweislich meines Abiturs und Diploms auch gut gebildet und hoffentlich noch mittelalt. Bei “mittelalt” könnten die wahren Digital Natives noch den größten Lachanfall bekommen. Die: unter 30. Ich: 45.

Eva hat eine Debatte angestoßen, die, wenn man oder frau konsequent sein will, im Ergebnis auf eine Quote hinausläuft. Für Podien, für Vorstände, für alles.

Kann man gut finden, muss man vielleicht auch, wenn man überall einen wirklichen Querschnitt der Gesellschaft abbilden will: Landfrauen – wirklich nichts gegen Landfrauen – zur nächsten Freiheit statt Angst-Demo!

Ich will mich nicht lustig machen über Landfrauen oder Demonstranten. Ich frage mich nur: Muss ich, um diskriminierungsfrei mitreden, mitdenken zu können, – ihr merkt, ich zögere etwas, weil ich den Shitstorm fürchte – muss ich da eine nicht-weiße Frau ohne Schulausbildung sein? Oder wenigstens ein Kriterium erfüllen? Hoffentlich nicht.

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, bei einem großen Podium auch eine Quotenfrau (oder einen Quotenmann) einzuladen. Dafür kann man ideologische Gründe finden, muss man aber nicht. Es ist einfach angenehmer und hebt die Kritikkultur. Pragmatische Politik fand ich schon immer am besten.

Das Netz verändert sich rasch. Die Eliten, die Gutgebildeten, die Männer und die Mittelalten werden teilweise verdrängt, andere gesellschaftliche Gruppen kommen hinzu und verändern das Netz und seine Teilnehmer. Davon bin ich überzeugt.

Kann sein, dass dann unser Netz etwas anders wird. Werden wir es akzeptieren?

Hinweis: Dieser Artikel spiegelt die persönliche Meinung des Autor wieder und nicht die Position des Vereins PolitCamp, oder dessen Mitglieder.

Weitere Artikel zum Thema:

Eva Horn: „Das Netz ist männlich, weiß, gut gebildet, mittelalt – oder nicht?“

Yasmina Banaszczuk : Das politische Netz ist sicher vieles – aber vor allem eins, und das ist elitär.

Christian Soeder: Prädikat Quotenfrau

Claus Junghanns: Das Netz ist geschlechtslos – belassen wir es dabei.



3 Kommentare zu “Das Netz verändert sich. Werden wir es akzeptieren?”

  1. [...] Frank Bergmann: Das Netz verändert sich. Werden wir es akzeptieren? [...]

  2. [...] Frank Bergmann: Das Netz verändert sich. Werden wir es akzeptieren? [...]

  3. Helga sagt:

    Da wird ein systemisches Problem angesprochen und die Antwort kommt auf der individualisierten Ebene. Das hat schon etwas von Nicht-Ernstnehmens des ganzen Ausmaßes des Problems. Denn anstatt sich über die großen Zusammenhänge Gedanken zu machen, geht es (mal wieder) um die Ängste eines weißen, mittelalten, gebildete, gesunden Mannes mit politischer Macht. Mit extra Punkt, ob er nun wirklich mittelalt ist. Müssen wir da jetzt ernsthaft drüber diskutieren?

    Das Problem ist NICHT jeder einzelne Mann, das Problem ist, wenn auf jedem einzelnen Podium über Partizipation weiße, mittelalte, gebildete, gesunde Männer mit politischer Macht sitzen und über alle andere spekulieren. Und die anderen, die schon nicht mal mitreden dürfen, dann nach ihren Beschwerden erstmal Zeit damit verbringen müssen, die angekrazten Egos eben jener Männer zu beruhigen. DAS ist das Problem!

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