• Vom: 21. Oktober 2011
  • Kommentare: 14 Kommentare
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  • Über Christian Soeder


    Studiert in Heidelberg, ist bekennender Internet-Junkie, aktives SPD-Mitglied, betreibt das Blog rotstehtunsgut.de und ist auch sonst nicht von schlechten Eltern. Außerdem bei Twitter als @christiansoeder unterwegs.

Wie jetzt? Die Quote ist diskriminierend und das sei schlimm? Aber nicht doch! Die Quote ist diskriminierend und das ist auch richtig so. Als Quotenfrau an einen Vorstandsposten zu kommen, als Quotenfrau einem Mann vorgezogen zu werden, als Quotenfrau einen Platz auf einem Podium zu besetzen – das ist alles keine Schande. Im Gegenteil! Es ist nichts weniger als die Sichtbarmachung der Gesellschaft, in der wir leben, in der nämlich die rechtliche Gleichstellung zwischen Mann und Frau erreicht ist, die aber viele versteckte Arten der Diskriminierung kennt, die den meisten Menschen noch nicht einmal bewusst sind. Kein Angriff, sondern eine lakonische Feststellung.

Frau muss in der Lage sein, damit umzugehen. Das heißt: sich selbst nicht beschämen, dass man ja „nur“ Quotenfrau ist, sondern diesen als Negativbezeichnung gedachten Begriff als Auszeichnung vor sich als Banner tragen: „Ja, ich bin Quotenfrau, und das ist auch gut so.“ Warum auch nicht? Nur so geht es! Wir alle entkommen nicht den Zwängen dieser Gesellschaft, sie zu verändern braucht es Zeit und mutige Menschen. Und ja, es gehört Mut dazu, einem Mann zu sagen: „Hey, Du bist vielleicht sogar besser als ich, mir egal – denn ich bin hier die Quotenfrau.“ Das ist frech, das ist dreist – und es ist der einzig gangbare Weg. Denn dieses Leben ist nun einmal nicht fair oder gerecht. Nur die Harten kommen in den Garten, so ist das nun einmal. Und sich selbst als Quotenfrau hinzustellen, den Spott zu ertragen, die Häme, die in der Kaffeepause hinter dem eigenen Rücken ausgeschüttet wird – dazu muss man ganz schön hart sein.

Also, liebe Frauen: Quote, ja bitte! Quotenfrau, aber klar doch! Seid mutig, seid gierig, seid frech!

Hinweis: Dieser Artikel spiegelt die persönliche Meinung des Autor wieder und nicht die Position des Vereins PolitCamp, oder dessen Mitglieder.

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14 Kommentare zu “Prädikat Quotenfrau”

  1. Thomas W. sagt:

    Dein Artikel ist toll.
    So toll, dass ich ihn freiwillig kommentiere.
    Toll, toll, toll !!!!

    Interessante Ansicht. Ein wenig provokant und frech. Aber erfrischend.

    :-)

  2. julia sagt:

    Also ich hab mich nie geschäftmt, Mut der Quote in eine Position gekommen zu sein, weiß aber nicht, wie du eine solche “für das Internet” durchsetzen wolltest.

  3. julia sagt:

    Ihr fersteht, was ich meine, wa :) (Sorry wegen Smartphone-Textfehlern)

  4. Yuri sagt:

    “Das Leben/die Gesellschaft ist ungerecht und deswegen versuchen wir gar nicht erst, daran etwas zu aendern oder es gar zu verbessern, sondern betruegen selbst schamlos mit und sind auch noch stolz drauf, weil das bestimmt viel eher zur Verbesserung der Gesamtsituation beitraegt.”? Aha.

  5. [...] Extra-Aufforderung an die Netzpolitikinnen unter uns: habt keine Angst, „Quotenfrau“ zu sein. Nutzt das Quotending, das steht euch zu. Basta. {lang: [...]

  6. [...] Extra-Aufforderung an die Netzpolitikinnen unter uns: habt keine Angst, „Quotenfrau“ zu sein. Nutzt das Quotending, das steht euch zu. Basta. Ähnliche [...]

  7. Heberger sagt:

    Hallo,

    EIn Ponyhof ist ein Hof mit Ponys. Ein Pony eine Art Pferd. Wenn es blöd kommt, kannst Du vom Pferd fallen und brichst Dir was.
    Also was soll der Vergleich, die Politik ist kein Ponyhof.

    Wäre in der Politik soviel Kompetenz notwendig wie zum Führen eines Pferdes würde die Gesellschaft also Du und ich uns weiterentwickeln können im Gespräch.

    Ich würde mich freuen, wenn mir jemand erklärt, welche Gremien, welcher Unterausschuss warum wo und welche berufliche Kompetenz sollte ich haben z.B. wenn ich im Gesundheitswesen (therapeutisch) arbeite.?

    LG

    Elisabeth

  8. [...] An dieser Stelle weise ich gerne noch einmal auf meinen Artikel "Prädikat Quotenfrau" hin. [...]

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